TOGO

Ein Schmelztiegel der Kulturen

Zahlreiche Funde belegen eine sehr frühe menschliche Aktivität auf dem Gebiet des heutigen Togo. Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür sind die Felsmalereien in den Namoudjoga-Bergen in der Region Dapaong im Norden des Landes. In derselben Region wurden zudem Spuren der Metallverarbeitung sowie Überreste einer Werkzeugschmiede entdeckt, die auf das Jahr 2600 v. Chr. datiert werden.

Die Besiedlungsgeschichte des Landes ist geprägt von den großen Migrationsbewegungen vergangener Jahrhunderte, von Kolonialisierung und jenem Multikulturalismus, der typisch für alle afrikanischen Nationen ist.

Migration und Vielfalt

Die mutmaßlich indigenen Ethnien – wie die Tingedanes („Besitzer der Erde“), die Temberma und Sorouba im Atakora-Gebirge oder auch die Nakitindi-Larés in der Region Dapaong – leben hier Seite an Seite mit Bevölkerungsgruppen, die aus dem weiten Raum zwischen den ehemaligen Königreichen Ashanti (im heutigen Ghana) und Dahomey (im heutigen Benin) zugewandert sind:

  • Die Adja-Ewé: Zogen über Kétou (Benin), bevor sie sich in Notsè (Togo) niederließen.

  • Die Ifè (Yoruba): Die heute in Atakpamé lebende Volksgruppe stammt ursprünglich aus Savalu (Benin).

  • Die Guins sowie die Atchems und Fanti (Mina): Sie stammen aus Accra (Ghana) und wanderten nach Konflikten nach Togo aus.

  • Die Temba: Sie kamen ursprünglich aus Gourma (Burkina Faso) und siedelten sich erst im 18. Jahrhundert im Norden des Landes an.

Kolonialzeit und der Weg zur Unabhängigkeit

Im Jahr 1884 wurde Togo mit einer Fläche von 90.400 km² zu einem deutschen Schutzgebiet. Nach dem Ersten Weltkrieg teilten Frankreich und Großbritannien das Land willkürlich unter sich auf und erhielten 1922 ein Mandat des Völkerbundes.

Der westliche Teil des Landes wurde 1956 an Ghana angegliedert. Der östliche Teil wurde zu Französisch-Togo, das in Französisch-Westafrika (AOF) eingegliedert wurde und eine gemeinsame Verwaltungseinheit mit Dahomey (dem heutigen Benin) bildete – ohne dass es jedoch zu einer echten Vereinigung kam.

Bereits 1956 erhielt die togolesische Territorialversammlung (Assemblée territoriale togolaise) im Rahmen einer mit Frankreich assoziierten autonomen Republik mehr Befugnisse. Vier Jahre später, am 27. April 1960, erlangte das Land schließlich seine internationale Souveränität und Unabhängigkeit.

Quelle: https://presidence.gouv.tg/histoire-togo-terre-dhospitalite-legendaire/

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